Sonntag, 9. Januar 2011

EK - Stadt/EL - Soziale Ungleichheiten

 Dieses Kapitel ist stark mit EL - Bevölkerung/Soziales verknüpft.


Megastädte
    • trotz ihrer demographischen Vormachtsstellung (demogr. Primacy) spielen diese Städte keine große Rolle im globalen Städtesystem (im Gegensatz zu Global Cities, die trotz viel weniger Einwohnern von internationaler Bedeutung sind)
    • in Entwicklungsländern haben diese Städte jedoch eine funktionale Vormachststellung
      • dort siedeln sich die national bedeutensten Unternehmen an, wodurch spezielle Berufsgruppen nur dort enstehen können
    • die wirtschaftliche Entwicklung des ländlichen Raums oder anderer Städte wird dadurch behindert, was eine Migrationswelle in die Primate Cities zur Folge hat

Soziale Polarisierung (extremer Unterschied zwischen Arm und Reich)
    • tritt durch Segregation von Bevölkerungsschichten innerhalb der Megastädte der Entwicklungsländer auf
      • krasser Kontrast zwischen den gepflegten Wohnvierteln der Ober- und Mittelschicht und den Marginalvierteln der Unterschicht
        • aufgrund fehlender materieller und finanzieller Mittel siedeln sich die Zuwanderer in diesen Vierteln an

Marginalviertel (Notviertel in Großstädten wegen hohem Bevölkerungsdruck)
    • schlechte technische Infrastruktur
    • mangelhafte Bausubstanz (Lehm, Blech, Holzhütten)
    • hohe Arbeitslosigkeit (bzw. fast ausschließlich informeller Sektor)
    • höchste Bevölkerungsdichte
      • z.B. Slums in Mumbai – 250.000 Einwohner / km²
        • Vgl. München ~4.000 Einwohner / km²
    • verschiedene Bezeichnungen:
    • Slums - ehemalige Viertel der Ober- und Mittelschicht
    • Squattersiedlungen – Hüttensiedlungen, die ohne Erlaubnis der Behörden entstehen

Samstag, 8. Januar 2011

EK - Stadt - Allgemeines



Das "Jahrtausend der Städte"

    • rasantes Städtewachstum weltweit, vor allem in Entwicklungsländern
    • man geht davon aus, dass bis 2030 61% der Weltbevölkerung in Städten leben werden
      • bedingt durch die schnell wachsenden Erdbevölkerung
      • 1900: 1,6 Milliarden
      • 1950: 2,5 Milliarden
      • 2000: 6,1 Milliarden
    • von 1950 bis heute wuchs die städtische Bevölkerung in Industrieländern um das 2,4-fache und in Entwicklungsländern um das 7,5-fache
    • der Wachstum der Städte in der Dritten Welt ergibt sich aus:
      • Landflucht, bedingt durch die Push- und Pull-Faktoren ( siehe Bevölkerung / Soziales )
      • Meistens ist die dynamische Bevölkerung davon betroffen, was eine Überalterung in den Abwanderungsregionen (Peripherie) zur Folge hat
        • die zugewanderte junge ländliche Bevölkerung hat den gesellschaftlichen Umstrukturierungsprozess der Stadtbevölkerung nochnicht vollzogen -> leben mit traditionelle Werten und Normen, was zu einer hohen Anzahl an Kindern führt
        • erst später, wenn die Generation sozusagen "modernisiert" ist und bessere Bildungs- und Berufschancen hat, geht die Anzahl der Kinder zurück und der Bevölkerungswachstum wird verlangsamt
        • das Problem in Entwicklungsländern ist, dass sich der Wachstum meistens nur auf eine oder zwei Städte beschränkt und es somit zu einer starken Polarisierung kommt


Die City
  • zentralster Ort der Stadt
  • gut mit öffentlichem Nahverkehr zu erreichen
  • bietet nicht nur Waren und Dienstleistungen für die städtische Bevölkerung, sondern auch für das Umland
    • hat einen Bedeutungsüberschuss / überörtliche Versorgungsfunktion
      • z.B. Banken, Fachärzte, spezialisierter Einzelhandel, Museen etc.
  • hohe Arbeitsplatzdiche (folglich auch große Pendlerströme)
  • kaum noch bewohnt wegen geringem Flächenangebot und den daraus resultierenden hohen Boden- und Mietspreisen
    • Geschäfte erzielen wegen hoher Passantenfrequenz einen höheren Gewinn
    • es kommt zu einer Funktionsentmischung


"Schlafstädte"
  • Großsiedlungen die während der Industrialisierung erbaut wurden, um den massiven Wohnungsbedarf möglichst effizient und kostengünstig zu decken
    • es wurde nur Wert auf die Funktion "wohnen" gelegt
    • die monotone Bauweise und das Fehlen von infrastrukturellen Versorgungseinrichtungen sorgte für eine mangelnde Identifikation vieler Bewohner und führte zu einer Abwanderung bzw. Segregation
      • um das Problem einzudämmen wurden ab 1990 viele Gebäude komplett abgerissen oder die Anzahl der Stockwerke reduziert