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Sonntag, 9. Januar 2011

EK - Stadt/EL - Soziale Ungleichheiten

 Dieses Kapitel ist stark mit EL - Bevölkerung/Soziales verknüpft.


Megastädte
    • trotz ihrer demographischen Vormachtsstellung (demogr. Primacy) spielen diese Städte keine große Rolle im globalen Städtesystem (im Gegensatz zu Global Cities, die trotz viel weniger Einwohnern von internationaler Bedeutung sind)
    • in Entwicklungsländern haben diese Städte jedoch eine funktionale Vormachststellung
      • dort siedeln sich die national bedeutensten Unternehmen an, wodurch spezielle Berufsgruppen nur dort enstehen können
    • die wirtschaftliche Entwicklung des ländlichen Raums oder anderer Städte wird dadurch behindert, was eine Migrationswelle in die Primate Cities zur Folge hat

Soziale Polarisierung (extremer Unterschied zwischen Arm und Reich)
    • tritt durch Segregation von Bevölkerungsschichten innerhalb der Megastädte der Entwicklungsländer auf
      • krasser Kontrast zwischen den gepflegten Wohnvierteln der Ober- und Mittelschicht und den Marginalvierteln der Unterschicht
        • aufgrund fehlender materieller und finanzieller Mittel siedeln sich die Zuwanderer in diesen Vierteln an

Marginalviertel (Notviertel in Großstädten wegen hohem Bevölkerungsdruck)
    • schlechte technische Infrastruktur
    • mangelhafte Bausubstanz (Lehm, Blech, Holzhütten)
    • hohe Arbeitslosigkeit (bzw. fast ausschließlich informeller Sektor)
    • höchste Bevölkerungsdichte
      • z.B. Slums in Mumbai – 250.000 Einwohner / km²
        • Vgl. München ~4.000 Einwohner / km²
    • verschiedene Bezeichnungen:
    • Slums - ehemalige Viertel der Ober- und Mittelschicht
    • Squattersiedlungen – Hüttensiedlungen, die ohne Erlaubnis der Behörden entstehen

Samstag, 8. Januar 2011

EK - Stadt - Allgemeines



Das "Jahrtausend der Städte"

    • rasantes Städtewachstum weltweit, vor allem in Entwicklungsländern
    • man geht davon aus, dass bis 2030 61% der Weltbevölkerung in Städten leben werden
      • bedingt durch die schnell wachsenden Erdbevölkerung
      • 1900: 1,6 Milliarden
      • 1950: 2,5 Milliarden
      • 2000: 6,1 Milliarden
    • von 1950 bis heute wuchs die städtische Bevölkerung in Industrieländern um das 2,4-fache und in Entwicklungsländern um das 7,5-fache
    • der Wachstum der Städte in der Dritten Welt ergibt sich aus:
      • Landflucht, bedingt durch die Push- und Pull-Faktoren ( siehe Bevölkerung / Soziales )
      • Meistens ist die dynamische Bevölkerung davon betroffen, was eine Überalterung in den Abwanderungsregionen (Peripherie) zur Folge hat
        • die zugewanderte junge ländliche Bevölkerung hat den gesellschaftlichen Umstrukturierungsprozess der Stadtbevölkerung nochnicht vollzogen -> leben mit traditionelle Werten und Normen, was zu einer hohen Anzahl an Kindern führt
        • erst später, wenn die Generation sozusagen "modernisiert" ist und bessere Bildungs- und Berufschancen hat, geht die Anzahl der Kinder zurück und der Bevölkerungswachstum wird verlangsamt
        • das Problem in Entwicklungsländern ist, dass sich der Wachstum meistens nur auf eine oder zwei Städte beschränkt und es somit zu einer starken Polarisierung kommt


Die City
  • zentralster Ort der Stadt
  • gut mit öffentlichem Nahverkehr zu erreichen
  • bietet nicht nur Waren und Dienstleistungen für die städtische Bevölkerung, sondern auch für das Umland
    • hat einen Bedeutungsüberschuss / überörtliche Versorgungsfunktion
      • z.B. Banken, Fachärzte, spezialisierter Einzelhandel, Museen etc.
  • hohe Arbeitsplatzdiche (folglich auch große Pendlerströme)
  • kaum noch bewohnt wegen geringem Flächenangebot und den daraus resultierenden hohen Boden- und Mietspreisen
    • Geschäfte erzielen wegen hoher Passantenfrequenz einen höheren Gewinn
    • es kommt zu einer Funktionsentmischung


"Schlafstädte"
  • Großsiedlungen die während der Industrialisierung erbaut wurden, um den massiven Wohnungsbedarf möglichst effizient und kostengünstig zu decken
    • es wurde nur Wert auf die Funktion "wohnen" gelegt
    • die monotone Bauweise und das Fehlen von infrastrukturellen Versorgungseinrichtungen sorgte für eine mangelnde Identifikation vieler Bewohner und führte zu einer Abwanderung bzw. Segregation
      • um das Problem einzudämmen wurden ab 1990 viele Gebäude komplett abgerissen oder die Anzahl der Stockwerke reduziert

EK - Stadt - Gliederung / Segregation / Gentrifizierung




Historisch-genetische Gliederung
    • In jeder Stadtentwicklungsphase bilden sich neue Stadtteile
    • z.B. Altstadt, Wohnviertel der Industrialisierung, Großwohnanlagen der Nachkriegszeit

Daseinsgrundfunktion
    • Wohnen, Arbeiten, Sich versorgen, Sich bilden, Am Verkehr teilnehmen, In Gemeinschaft leben, Sich erholen
      • verteilen sich über die gesamte Stadtlandschaft
      • früher: im Mittelalter, keine räumliche Trennung von „Arbeiten“ und „Wohnen“, da die Bevölkerung nicht mobil war
        • durch zunehmende gewerblicher und industrieller Entwicklung und Motorisierung trennten sich die Funktionen „Wohnen“ und „Arbeiten“


Funktionale Gliederung
    • schnellere Erreichbarkeit, Flächenwachstum von Städten, fortschreitende Arbeitszeitenverkürzung, zunehmende Berufsdifferenzierung
      • neue Funktionen entstanden (am Verkehr/Kommunikation teilnehmen, sich erholen/bilden)
    • bestimmte Funktionen nehmen bestimmte Teilräume der Stadt in Anspruch
      • z.B. gibt es heute reine Wohn- oder Gewerbegebiete, die Innenstadt hat überwiegend Versorgungsfunktion

Soziale Gliederung
    • bedingt durch ethnische und regionale Herkunft, Schulbildung, Berufstätigkeit/Einkommen
    • Menschen, mit gleichen sozialen Merkmalen wohnen meist zusammen (vgl. Segregation)

Segregation
    • Soziale S. (Armutssegregation)
      • überwiegend sind Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose davon betroffen
        • wohnen hauptsächlich in alten Arbeitervierteln (billige Miete, hoher Ausländeranteil)
    • Demographische S.
      • Entmischung von Altersklassen und Haushaltstypen
        • z.B. junge Familien mit Kindern in der Innenstadt kaum vorhanden, 20-35 Jährige und Einzelhaushalte dagegen in Innenstadtvierteln stark vertreten
    • Ethnische S.
      • Zuwanderung von ausländischen Arbeitsmigranten/Flüchtlingen
        • Bildung von Stadtvierteln nach Nationalität
          • z.B. Berlin Kreuzberg
      • führt meistens zur Abwertung eines Wohnviertels
        • mangelnde finanzielle Mittel verhindern das Durchführen von Renovierungsarbeiten
    • Umkehrprozess in Deutschland zu erkennen → Gentrifizierung



Gentrifizierung
    • „Pioniere“: junge Menschen, geringes Einkommen, hohe Schulbildung (Studenten, Künstler, sog. „Alternative“) ziehen in Unterschichtwohngebieten ein
      • Renovierungen im kleinen Rahmen
      • Veränderung der Infrastruktur
        • neue Geschäfte entstehen (weil: neue Zielgruppe)
        • Dienstleistung/Gastronomie
          • entwickelt sich zum Szeneviertel
          • Makler und Investoren werden darauf aufmerksam
    • Immobiliengesellschaften kaufen die relativ billigen Häuser
      • Modernisieren/sanieren diese
        • bieten sie zahlungskräftigen Bevölkerungsgruppen an
          • „Gentrifier“ ziehen ein
    • Viertel wird weiter aufgewertet, Mieten steigen
      • „Pioniere“ und alteingesessene Bevölkerung können es nicht mehr bezahlen, werden verdrängt

EK - Stadt - Verstädterung u. Urbanisierung




quantitative Aspekte
    • Zunahme der in Städten lebenden Bevölkerung
      • Zuwanderung aus dem ländlichen Raum
      • natürlicher Bevölkerungswachstum der Stadtbevölkerung
      • Steigende Anzahl von Städten
        • z.B. Europa: Neugründungen im Mittelalter/Neuzeit, Kolonialisierung weltweit
          • Prozess wird Verstädterung genannt

qualitativer Aspekt
    • Städtische Lebens – und Verhaltensweisen verbreiten sich durch die Abwanderung städtischer Bevölkerung in das Stadtumland (vgl. Suburbanisierung)
      • Folge: ländliche Räume werden städtisch Überformt
        • auch Film, Radio, Fernsehen, Printmedien transportieren Werte/Normen der Stadtbevölkerung, die von der Bev. des ländlichen Raums angenommen werden
          • Prozess wird Urbanisierung genannt


Urbanisierungsschub durch Industrialisierung
    • konzentriertes Arbeitsplatzangebot
    • hoher ländlicher Bevölkerungsdruck
      • bedingt durch: Sinken der Sterblichkeitsrate, Ländliche Armut, bessere Verdienstmöglichkeiten in den Städten (Lohnwert), infrastrukturelle Ausstattung → Landflucht/Pullfaktor

Verstädterungsprozess ging in Dekonzentrationsprozess (Suburbanisierung) über (zweite Hälfte des 19. Jhd.)
    • bauliche Verdichtung in Städten (um städtischen Zuwanderer aufzunehmen)
      • Wohnbedingungen verschlechterten sich
        • sozial besser gestellte Bevölkerung zog an den Stadtrand (Speckgürtel)
        • Bevölkerungsabnahme der veralteten Innenstädte
          • flächenhafte Ausweitung der Stadtregion

Wanderungsmotiv Wohnwert
    • hohe Grundstückspreise der Innenstädte
      • Wunsch nach einem Eigenheim

Wanderungsmotiv Freizeitwert
    • ökologischer Raum bietet Vorteile
      • naturbelassene Flächen als Naherholungsgebiet, geringeres Lärmaufkommen, mehr Licht und bessere Luft

Verlagerung von Industriebetrieben an den Stadtrand/Umland
    • Standorte in den Kernstädten zu teuer
    • verkehrstechnische Hindernisse
    • keine Expansionsmöglichkeiten (bauliche Höhenbeschränkung, mangelndes Platzangebot)

Bürostädte
    • nicht auf Repräsentation angewiesene Bürozentren werden verlagert
    • z.B. City-Nord in Hamburg
      • Entlastungszentren (meist in Flughafennähe, Autobahnkreuzen)

EK - Stadt - Raumbezeichnungen




Anökumene
    • nicht bewohnbare Räume (Wüste, Hochgebirge)

Agglomerationsraum
    • hoch verdichtete Besiedlung (vgl. zum Umfeld)
    • Arbeitsplätze überwiegend im sekundären und tertiären Sektor
    • technische Infrastruktur gegeben
      • z.B. Ruhrgebiet

Ländlicher Raum
    • primär Sektor, Agrarproduktion, Raumreserve, Erholungs- und Freizeitfunktion
    • erzeugt land- und forstwirtschaftliche Produkte über den Eigenbedarf hinaus (Versorgung für den städtischen Raum)
    • ökologisches Gleichgewicht zum städtischen Raum (gleicht die dort vorhandene Ressourcenüberanspruchung aus)

Verstädterte Räume
    • geringere Bevölkerungsdichte als Agglomerationsräume
    • Zentren im ländlichen Raum
    • verdichtete Zone im Randbereich einer Agglomeration

Städtischer Raum (Agglomeration und Verstädterter Raum)
    • decken die Funktion „Wohnen“ und „Arbeiten“, Marktfunktion
    • bedeutsame Gewerbegebiete, Bürostandorte, Eventstandorte, vielschichtige Freizeiteinrichtungen
    • minus: stärkere Gesundheits- und Umweltschäden

Samstag, 20. November 2010

EK - EL - Länderprofil

Logische Struktur, hilft beim Verfassen:


Länderprofil

I. Verortung

II. Morphologie
  1. Gebirge (evtl. Plattentektonik S.224-225)
  2. Flüsse
  3. Inseln, Sonstiges

III. Klima Boden Vegetation
  1. Klimazone + Niederschlag = Boden = Vegetation
    1. Klimazone: wo, welche? (S. 226)
    2. Niederschlag: wann, wo, woher, wie viel? (S. 228-231)
    3. Boden: ergibt sich durch a) und b) (+ wenn gefragt, Auswirkung auf Landw.) (S. 234)
    4. Vegetation: ergibt sich durch c) (S. 236-239)

Wichtig! Vergesst nicht die Detailkarten für die jeweiligen Kontinente! (Bsp. 216 Südamerika)

    EK - EL - Theorien

    Polarisationstheorie

    Entzugseffekte/backwash effect (negativ)
    -          entstehen durch: wirtschaftliche Expansion eines Zentrums
    o       Bsp.: bessere Arbeitsbedingungen im Zentrum -> Abwanderung der Arbeitskräfte aus der Peripherie i.d. Zentren
    -          Folge: Produktionspotenzial in Zentren erhöht, Peripherie verringert
    -          Problematik: Peripherie wird mit Industrieerzeugnissen überflutet, heimische Produktion „überflüssig“

    Ausbreitungseffekte/spread effect (positiv)
    -          entstehen durch: wirtschaftliche Expansion eines Zentrums
    o       Bsp.: Verbreitung von Wissen, befriedigt Nachfrage nach Gütern
    -          Folge: Entwicklungsimpulse werden ausgelöst


    Theorie:
    -          Aus diesen Effekten folgt eine regionale Ungleichheit (Entzugseffekt überwiegen Ausbreitungseffekte)
    o       Tendenz umso stärker, je ärmer das Land


    Polarisations-Umkehr-Theorie

    Maßnahme:
    -          Förderung von Wachstumspolen

    gewünschter Effekt:
    -          Ausbreitungseffekte verstärken, Abnahme der Primacy, Entstehung neuer Subzentren in der Peripherie
    -          Ausgeglichene Raumstruktur

    Problematik:
    -          Entzugseffekte dominieren -> siehe: Polarisationstheorie

    Dependenztheorie
    kommt noch

    Modernisierungstheorie
    kommt noch

    Donnerstag, 18. November 2010

    EK - EL - Bevölkerung/Soziales

    Bevölkerung/Soziales 


    Anthroprogeographische Daten = Humangeographie
      • Teilbereich der Allgemeinen Geographie
      • Beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Raum und Mensch
        • z.B. alle Tätigkeiten des Menschen, die den Raum verändern (Siedlungen, Landwirtschaft etc.)
    Fertilität
      • Fruchtbarkeit
    Disparitäten (räumliche/regionale)

    Grundbedürfnisse
      • ausreichende Ernährung, sauberes Trinkwasser, Wohnung, Bekleidung, Gesundheits- und Bildungsreinrichtungen


    redundant population/surplus people (siehe: Marginalität)
    Zentripetale Entzugseffekte (backwash effects) (siehe: Theorien)
    Zentrifugale Ausbreitungseffekte (spread effects) (siehe: Theorien)

    Teufelskreis der Armut

    Gender inequality
      • Benachteiligung eines Geschlechts, fast immer sind die Frauen betroffen
    Bevölkerungsdruck
      • Setzt man die Bevölkerungsgröße in Relation zu den verfügbaren Ressourcen und die Bev.größe überwiegt, spricht man von Bevölkerungsdruck

    Binnenmigration
      • Migration innerhalb eines festgelegten Raumes, z.b. innerhalb eines Staates (in EL meistens Landflucht)
      • Gegenteil von transnationaler Migration
    Landflucht
      • Abwanderung der ländlichen Bevölkerung in Städte
        • aufgrund der Push- und Pull-Faktoren
    Push-Faktoren (von "push" etwas wegstoßen, -drücken)
      • unzureichende Ernährung
      • Bevölkerungsdruck z.B. an verfügbaren Land-, Wasser-, Brennstoffressourcen
      • Arbeitslosigkeit
      • Verringerung der landw. Nutzflächen
        • siehe: man made desert
      • Bürgerkrieg, Verfolgung

    Pull-Faktoren (von "pull" etw. anziehen, herziehen)
      • vemeintliche Aussichten auf
        • Arbeitsplätze, höheres Einkommen
        • Bildungsmöglichkeiten
        • bessere Lebensqualität (Wohnkomfort, Gesundheitsdienste etc.)
        • Realität in den meisten EL: Squatter-Siedlungen/Slums aufgrund von Überbevölkerung/Polarisierung
    Vetternwirtschaft
      • Vererbung von Ämtern oder Besitz innerhalb der Familie
      • Bsp. für EL: Diktatoren geben ihr Amt an Mitglieder der Familie weiter, keine Veränderung der politischen Ausrichtung, demokratische Wahlen praktisch unmöglich

    Bad Governance
      • Vetternwirtschaft in der Oberschicht der Entwickungsländer und die dadurch verursachte gehemmte Entwicklung der Unterschicht
      • Ressoursen des Militärs werden falsch verwendet
      • Rohstoffe, Kapital, Land und Arbeit werden von der Oberschicht zur eigenen Gewinnmaximierung missbraucht
    Marginalität
    -          Zustand der Unterschicht
    o       vom offiziellen Leben ausgeschlossen (politisch, wirtschaftlich, kulturell)
    o       Leben in einer schlechten sozialen Lage
    -          Sozialer Aufstieg wird verhindert durch:
    o       Schlechte Bildungs- /Ausbildungsmöglichkeiten
    o       Sprachbarrieren (versch. Stammessprachen etc.)
    -          werden als redudant population/surplus people bezeichnet
    o       „Überflüssige Bevölkerung“
    o       werden in der Wirtschaft nicht benötigt, spielen als Konsumenten keine Rolle

    Dualismus
    -          Nebeneinander zweier unterschiedlicher Systeme
    -          wirtschaftlicher Dualismus
    o       Bsp. Südamerika
      -         Kleine Anzahl an Großunternehmern halten einen Großteil der Fläche (Latifundien: technisch hoch entwickelt, produzieren Cash crops für den Weltmarkt)
    -         Große Anzahl an Kleinbauern teilen sich minimalen Teil der Fläche (Minifundien: fast ausschließlich Subsistenzwirtschaft, aufgrund geringer Fläche alles handarbeit, kaum rentabel)
    -          sozialer Dualismus
    o       Marginalisierte Bevölkerung steht machtvoller, einflussreicher Oberschicht gegenüber

    Segregation
    -          räumliche Trennung von sozialen oder ethischen Bevölkerungsgruppen



    Demographischer Übergang/Wandel


    Schaut euch dazu das Bild auf Seite 352 im Ek-Buch an. M1

    GR-Geburtenrate
    SR-Sterberate

    Phase 1: Agrarischer Bevölkerungsprozess
    -          Nachkommen als Altersvorsorge
    -          geringe medizinische Versorgung
    Phase 2: Frühindustriell
    -          Nachkommen noch notwendig
    -          SR sinkt <- medizinischer Fortschritte, Verbesserung der Lebensqualität
    Phase 3: Übergangsphase
    -          Empfängnisverhütung, Altersvorsorge erfolgt nicht mehr allein durch Kinder
    -          SR  <- natürliches Minimum erreicht
    Phase 4: fortgeschrittene Industrieländer
    -          Stagnation
    -          SR geringer als GR
    Phase 5: IL in der Spätphase
                - Emanzipation der Frau, GR sinkt unter SR


    Zuordnung der Bevölkerungsstruktur

    Pyramidenform: Phasen: I + II + Teil von III
    Glockenform: Phasen: Teil von III + IV
    Urnenform: Phasen: V

    EK - EL - Wirtschaft

    Wirtschaft

    Transnationale Unternehmen (TNC)
      • Konzerne, die über mehrere Nationen verteilt sind
    Subsistenzwirtschaft
      • Wirtschaftsform, bei der Einzelne die Güter selbst produzieren, die zur Bedürfnisbefriedigung benötigt werden
    Kapitalflucht
      • Vermögen, Sachwerte oder Geld werden ins Ausland transferiert
      • Grund: politische Veränderung, Steuern, bessere Rentabilität
    Standortfaktoren (Firmen/Unternehmen)
      • weich
        • politische Verhältnisse (Bürokratie)
        • Standortprestige (Image des Standorts und der Region)
        • Personenbezogen
          • Umweltqualität/Klima
          • Bildungs-/Erholungs-/Kultur-/Freizeitangebot
          • Einkaufs-/Wohn-/Vergnügungsmöglichkeiten
          • Medizinische Versorgung/Fürsorgeeinrichtungen
      • hart
        • staatliche Subventionen
        • Höhe der Steuern
        • Verfügbarkeit von Rohstoffen
        • Grundstücks -/Mietspreise
        • Arbeitskräfte / Lohnpreise
        • Nähe/Größe des Absatzmarktes
        • Umweltauflagen
        • Infrastruktur
          • Verkehrsanbindung
          • Energieversorgung
    Individual -/Massentourismus
    Arbeit durch Tourismus
      • direkt
        • Hotelgewerbe
        • Fremdenverkehr
        • Infrastruktur
        • Souvenirhandel
        • „Restaurants“
      • indirekt
        • Bauwirtschaft
        • Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln
    Dreieckshandel (Kolonialzeit)
      • Europa → Afrika: Endprodukte (Waffen, Schnaps)
      • Afrika → Amerika: Sklaven
      • Amerika → Europa: Rohstoffe (Zucker, Rum, Baumwolle)
    Index of Primacy
      • Verhältnis zwischen der ranghöchstens Stadt und der Folgenden
      • Berechnung: Einwohnerzahl der 1. durch Einwohnerzahl der 2.
        • Je höher der Index, desto bedeutungsloser die zweitgrößte Stadt → Polarisierung
    Funktionale Primacy
      • Index of Primacy + Dominanz einer Metropole im politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich
    Dissoziation
      • Abtrennung vom Weltmarkt
    Importsubstitution
      • Ersetzen von Importen durch inländische Produkte
    Tigerstaaten
      • Staaten, die sich wirtschaftlich sehr schnell entwickeln, den Sprung von Schwellenland zu Industrieland in kürzester Zeit geschafft haben
      • Südkorea, Taiwan, Singapur, Hongkong (Sonderverwaltungszone)
    Schwellenländer (NIC)
      • ist rein formal noch ein Entwicklungsland, weißt aber nichtmehr die dafür typischen Merkmale auf
        • Indikatoren: überdurchschnittliche Wachstumsrate (teilweise höher als die der OECD-Länder
        • fortgeschrittener Prozess der Industrialisierung
        • Vergleichbare Arbeitsproduktivität mit den OECD-Ländern bei niedrigerem Lohnniveau
        • Pro-Kopf-Einkommen beträgt über 699 USD/Jahr
    Demographischer Übergang (Phase I bis V)
    Terms of Trade
      • Entwicklung der Verhältnisse zwischen den Ausfuhr- und Einfuhrpreisen
      • Verbesserung liegt vor, wenn der Preis für Exporte relativ zu dem für Importe steigt (für die gleiche Menge an Exportgütern kann mehr importiert werden)
      • In EL meist negativ: Rohstoffe werden billig exportiert und in anderen Ländern zu Endprodukten verarbeitet, welche dann wieder teuer importiert werden müssen
    Fourastié (Drei-Sektoren-Hypothese)
      • Differenzierung der Volkswirtschaft in Rohstoffgewinnung (primärer Sektor), Rohstoffverarbeitung (sekundärer Sektor) und Dienstleistung (tertiärer Sektor)
      • Drei-Sektoren-Hypothese

        • Erste Phase: Traditionelle Zivilisation
          • Landwirtschaft zum größten Teil Subsistenzwirtschaft
          • Entwicklungsstand: europäische Staaten im frühen Mittelalter, praktisch kein Einsatz von Maschinen, Entwicklungsland
        • Zweite Phase: Übergangsperiode
          • Primärer Sektor → Einsatz von Maschinen, verringert Bedarf an Arbeitskräften
          • Nachfrage für Maschinen steigt → Sekundärer Sektor
          • Allgemein: Phase beginnt mit einem Vorgang, der der Industrialisierung gleichzusetzen ist: fortschreitende Mechanisierung, Automatisierung, Manufaktur etc.
          • Folge: Entscheidende Ausbreitung des tertiären Sektors → Bedarf nach: Bank-/Kreditwesen, Technologie-/Forschungszentren etc.
        • Dritte Phase: Tertiäre Zivilisation
          • Primärer und Sekundärer Sektor werden mehr und mehr Automatisiert → Bedarf im Tertiären Sektor steigt
              → Dienstleistungsgesellschaft
    Informeller Sektor
      • Teil einer Volkswirtschaft, der von keiner offiziellen Statistik erfasst wird
      • „Schattenwirtschaft/Schwarzarbeit“
      • Hat keine Auswirkung auf das BIP eines Landes
    Protektionismus
    -          Außenhandelspolitik, die einheimische Güter & Dienstleistungen vor ausländischen Einflüssen schützt
    o       Bsp. Handelsembargo

    Mittwoch, 17. November 2010

    EK - EL - Landwirtschaft

    Landwirtschaft

    Man made desert
      • Desertifikation
        • Ausdehnung von Wüsten durch Klimaänderung / Degradation der Böden durch menschliche Eingriffe
      • Bodendegradation
        • Verschlechterung der Bodenqualität (durch: s. Folgendes) bis hin zum völligen Verlust
        • Jedes Jahr werden Flächen in der Größenordnung der Schweiz zerstört
      • Brandrodung
        • Richtig angewandt eine Methode zur kurzfristigen Steigerung der Bodenfruchtbarkeit (z.B. in Verbindung mit Wanderfeldbau)
        • Bei zu hohem Bevölkerungsdruck kann sich der Wald jedoch nichtmehr erholen
      • Nichteinhalten der Brachezeit
        • Zeit, in der sich die Fläche von der landwirtschaftlichen Nutzung erholen soll
      • Weidedruck
        • Maßstab für die Intensität der Beweidung
      • Monokulturen
        • Anbau nur einer Pflanzenart über einen langen Zeitraum hinweg
        • Vorteil: Wirtschaftlich rentabler als Mischkulturen
        • Nachteil: Sehr gefährdet durch Schädlinge, Bodenfruchtbarkeit nimmt ab
    Ecofarming
      • Anbaumethode mit dem Ziel mit möglichst wenig Fremdmitteleinsatz (Dünger etc.) einen möglichst hoher Ernteertrag zu erreichen (vor allem für Kleinbauern, die kein/kaum Eigenkapital besitzen)
        • durch Terrassierung, Erosionsschutzgräben, Nachhaltigen Anbau
    Cash crops
      • Ackerbauprodukte, die für den Verkauf und Export angebaut werden
    Food crops
      • Ackerbauprodukte, die zur Selbstversorgung (auf regionaler sowie nationaler Ebene) dienen
    Agrarreform
      • bezeichnet allgemein Maßnahmen zur Veränderung der Agrarstruktur
      • Landreform/Bodenreform
        • Änderung der Eigentums- oder Nutzungsrechte an Grundstücken
        • Ziel: gleichmäßigere/gerechtere Verteilung des Landbesitzes
      • Realteilung
        • Form des Erbrechts, Boden wird unter allen erbberechtigten Personen aufgeteilt, führt zur Zersplitterung landwirtschaftlicher Flächen in immer kleinere Parzellen
      • Anerbenrecht
        • Vererbung an einen einzigen Erben, um landw. Flächen als Ganzes zu erhalten
      • Flurbereinigung
        • Verfahren um eine möglichst optimale Nutzung des zur Verfügung stehenden Bodens zu erreichen (z.B. durch Zusammenlegen mehrere kleiner Parzellen)
        • Dient zur Produktionerhöhung, macht Maschineneinsatz lohnenswert

    Dienstag, 16. November 2010

    EK - EL - Abkürzungen + Erklärung

    Entwicklungsländer

    SIMIC = Severely Indebted Middle Income Country = stark verschuldete Länder mit mittlerem Einkommen
    SILIC = Severely Indebted Low Income Country = stark verschuldete Länder mit niedrigem Einkommen
    NIC = Newly Industrialized Country = Schwellenland
    LDC = Least Developed Country = am wenigsten entwickelte Länder
      • sozialökonomischer Status, beschreibt eine Gruppe von ~50 besonders armen Ländern auf der ganzen Welt (syn. "Vierte Welt")
    LLDC = Landlocked Developing Country = Entwicklungsland ohne Meereszugang
    BIP = Bruttoinlandsprodukt
      • Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen
    BNP = Bruttonationaleinkommen
      • Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres von den Bürgern eines Staates erwirtschaftet werden, egal ob diese im In- oder Ausland erzielt wurden.
    OECD = Organisation for Economic Co-Operation and Development
      • Internationale Organisation, 32 Mitgliedsstaaten (Demokratie und Marktwirtschaft Pflicht)
      • Nachfolgeorganisation des OEECs (Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit) und des Marshallplans (ERP, European Recovery Program)
    HDI = Human Development Index
      • Index der menschlichen Entwicklung, Maximalwert: 1
      • Berechnet sich aus: Lebenserwartung, Alphabetenquote, Bildungsniveau, KKP-$
    KKP-$ = Kaufkraftparität in USD (engl. PPP = purchasing power parity)
    ADI = Ausländische Direktinvestitionen
    NGO = Non Governmental Organisation = Regierungsunabhängige Organisation
    BRIC-Staaten = Brasilien, Russland, Indien, China
      • jährliche Zuwachsrate der Wirtschaftsleistung von 5-10% (Vgl. EU ca 2%)
      • einigen Prognosen zufolge haben sie das Potential bis 2050 die G8-Staaten zu überholen
    OPEC = Organisation of Petroleum Exporting Countries
      • internationale Organisation, fördern etwa 40% des weltweiten Erdölbedarfs
      • verfügen über rund ¾ der weltweiten Erdölreserven