Historisch-genetische Gliederung
- In jeder Stadtentwicklungsphase bilden sich neue Stadtteile
- z.B. Altstadt, Wohnviertel der Industrialisierung, Großwohnanlagen der Nachkriegszeit
Daseinsgrundfunktion
- Wohnen, Arbeiten, Sich versorgen, Sich bilden, Am Verkehr teilnehmen, In Gemeinschaft leben, Sich erholen
- verteilen sich über die gesamte Stadtlandschaft
- früher: im Mittelalter, keine räumliche Trennung von „Arbeiten“ und „Wohnen“, da die Bevölkerung nicht mobil war
- durch zunehmende gewerblicher und industrieller Entwicklung und Motorisierung trennten sich die Funktionen „Wohnen“ und „Arbeiten“
Funktionale Gliederung
- schnellere Erreichbarkeit, Flächenwachstum von Städten, fortschreitende Arbeitszeitenverkürzung, zunehmende Berufsdifferenzierung
- neue Funktionen entstanden (am Verkehr/Kommunikation teilnehmen, sich erholen/bilden)
- bestimmte Funktionen nehmen bestimmte Teilräume der Stadt in Anspruch
- z.B. gibt es heute reine Wohn- oder Gewerbegebiete, die Innenstadt hat überwiegend Versorgungsfunktion
Soziale Gliederung
- bedingt durch ethnische und regionale Herkunft, Schulbildung, Berufstätigkeit/Einkommen
- Menschen, mit gleichen sozialen Merkmalen wohnen meist zusammen (vgl. Segregation)
Segregation
- Soziale S. (Armutssegregation)
- überwiegend sind Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose davon betroffen
- wohnen hauptsächlich in alten Arbeitervierteln (billige Miete, hoher Ausländeranteil)
- Demographische S.
- Entmischung von Altersklassen und Haushaltstypen
- z.B. junge Familien mit Kindern in der Innenstadt kaum vorhanden, 20-35 Jährige und Einzelhaushalte dagegen in Innenstadtvierteln stark vertreten
- Ethnische S.
- Zuwanderung von ausländischen Arbeitsmigranten/Flüchtlingen
- Bildung von Stadtvierteln nach Nationalität
- z.B. Berlin Kreuzberg
- führt meistens zur Abwertung eines Wohnviertels
- mangelnde finanzielle Mittel verhindern das Durchführen von Renovierungsarbeiten
- Umkehrprozess in Deutschland zu erkennen → Gentrifizierung
Gentrifizierung
- „Pioniere“: junge Menschen, geringes Einkommen, hohe Schulbildung (Studenten, Künstler, sog. „Alternative“) ziehen in Unterschichtwohngebieten ein
- Renovierungen im kleinen Rahmen
- Veränderung der Infrastruktur
- neue Geschäfte entstehen (weil: neue Zielgruppe)
- Dienstleistung/Gastronomie
- entwickelt sich zum Szeneviertel
- Makler und Investoren werden darauf aufmerksam
- Immobiliengesellschaften kaufen die relativ billigen Häuser
- Modernisieren/sanieren diese
- bieten sie zahlungskräftigen Bevölkerungsgruppen an
- „Gentrifier“ ziehen ein
- Viertel wird weiter aufgewertet, Mieten steigen
- „Pioniere“ und alteingesessene Bevölkerung können es nicht mehr bezahlen, werden verdrängt